Rasierklingen findet man heute in fast jedem Haushalt. Die Bereiche der Rasur werden dabei immer weiter ausgeweitet. Entfernten sich Männer früher nur die Barthaare, gehört die Rasur des Intimbereichs und der Achseln heute für viele dazu. Auch die meisten Frauen rasieren sich selbstverständlich Beine, Arme, Achseln und Intimzone. Es scheint so, als sei Rasieren ein neumodisches Phänomen. In Wirklichkeit reicht die Geschichte von Rasierklingen aber Tausende Jahre zurück.
Archäologische Funde zeigen, dass es bereits im 6. Jahrtausend vor Christus Rasierschaber aus Stein gab. Mit Materialien wie Flint oder Obsidian konnten scharfe Klingen gefertigt werden. In Ägypten wurden im 4. Jahrhundert Kupfer- oder Goldmesser für die Rasur benutzt, die Römer verwendeten Bimsstein. Rasierklingen konnten außerdem aus geschliffenem Feuerstein, Muschelschalen oder Haifischzähnen bestehen. Im 17. Jahrhundert gab es in Sheffield das erste Klapprasiermesser. Hervorragende Messer kamen zudem aus Solingen. Die Nassrasur führte im Normalfall ein Barbier mit dem Rasiermesser durch. Diese Kunst wird im arabischen Raum noch heute gepflegt.
Im Laufe der Geschichte von Rasierklingen veränderte sich die Bedeutung des Worts. Früher war damit die Klinge des Rasiermessers gemeint. Heute wird damit ein eigenständiges Bauteil des Rasierers bezeichnet. Die Funktion, nämlich das Entfernen unliebsamer Haare, blieb aber stets die gleiche. Die moderne Rasierklinge wurde von King Camp Gillette gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Er entwickelte ein Blättchen aus hartem Stahl, dass an den Kanten besonders dünn und deswegen sehr scharf war. Es wurde in den so genannten Rasierhobel eingelegt.
Mittlerweile gibt es eine große Vielfalt unterschiedlicher Rasierklingen. Teilweise hat ein Rasierer mehrere Klingen, darüber befinden sich Aloe-Vera-Streifen, um die Haut zu schützen. Der Markt ist ständig in Bewegung, ständig kommen Weiterentwicklungen heraus. Die Geschichte von Rasierklingen ist noch lange nicht zu Ende.